Calheta

Calheta – Sonnenverwöhnte Küstenregion mit Strand, Natur und Tauchstation

Wer vom Flughafen oder aus Funchal in den Südwesten Madeiras fährt, folgt zunächst der Via Rápida VR1 bis Ribeira Brava. Dort endet die eigentliche Schnellstraße. Anschließend übernimmt die VE3, die sich mit zahlreichen Tunneln entlang der Südwestküste über Ponta do Sol und Madalena do Mar bis in die Region Calheta zieht. Die Fahrt ist dadurch wesentlich komfortabler geworden, als es die spektakuläre Landschaft zunächst vermuten lässt. Trotzdem braucht es vom Flughafen je nach Verkehr ungefähr eine Stunde und von Funchal rund 35 bis 40 Minuten.
Calheta bezeichnet dabei nicht nur den kleinen Ort am Meer, sondern zugleich den flächenmäßig größten Landkreis Madeiras. Auf rund 116 Quadratkilometern verteilen sich etwa 12.000 Einwohner auf die acht Gemeinden Arco da Calheta, Calheta, Estreito da Calheta, Fajã da Ovelha, Jardim do Mar, Paul do Mar, Ponta do Pargo und Prazeres. Entsprechend unterschiedlich zeigt sich die Region: vom geschützten Sandstrand über Weinberge und landwirtschaftlich genutzte Hänge bis hinauf zur Hochebene Paul da Serra.
Die Besiedlung der heutigen Gemeinde Calheta reicht bis in das Jahr 1430 zurück. Der Landkreis wurde am 1. Juli 1502 durch eine königliche Urkunde von König Manuel I. gegründet. Der Name Calheta geht vermutlich auf die kleine geschützte Bucht zurück, die den ersten Bewohnern als natürlicher Hafen diente. Über Jahrhunderte prägte vor allem der Zuckerrohranbau die Gegend. Der Zucker war einst das „weiße Gold“ Madeiras und brachte der Insel beträchtlichen Wohlstand. Noch heute erinnert der Engenho da Calheta an diese Geschichte. In der traditionsreichen Zuckerrohrmühle werden Rum und Mel de Cana, der typische madeirensische Zuckerrohrhonig, hergestellt.
Calheta Beach Sandstrand
Von der Ausfahrt der VE3 führt die Straße aus der Höhe in das Tal hinab und folgt dabei weitgehend dem Verlauf der Ribeira da Calheta. Unten angekommen öffnet sich plötzlich die geschützte Bucht. Die Avenida D. Manuel I an der Promenade wirkt weniger wie eine Durchgangsstraße und mehr wie die Zufahrt zu einem eigenen kleinen Ferienbereich. Links, zum Berghang hin, befinden sich über weite Strecken Parkmöglichkeiten. In der Mitte liegt das überschaubare Zentrum mit dem Savoy Calheta Beach Hotel, einigen Geschäften und einem Pingo-Doce-Supermarkt.
Weiter östlich folgt die Marina von Calheta mit ihren Restaurants, Terrassen und Anbietern für Ausflüge auf den Atlantik. Der Freizeithafen bietet Platz für bis zu 337 kleinere Boote. Hier starten Touren zur Beobachtung von Walen und Delfinen, denn gerade die Gewässer vor der Westküste gehören zu den interessanten Revieren für Begegnungen mit den Meeressäugern Madeiras. Außerdem gibt es Möglichkeiten zum Tauchen und für weitere Wassersportarten.
Am östlichen Ende der Bucht steht das elegante Saccharum Resort von Savoy Signature. Seine moderne Architektur greift in vielen Details die Geschichte des Zuckerrohrs auf. Direkt davor befindet sich ein Kreisverkehr, an dem die Fahrt entlang der Bucht endet. Kurz vorher liegt eine Tiefgarage – eine angenehme Möglichkeit, das Fahrzeug während eines Strandtages kühl und schattig abzustellen.
Der Sandstrand von Calheta ist eine Besonderheit auf Madeira. Er wurde 2004 eröffnet und war der erste künstlich angelegte gelbe Sandstrand der Insel. Der Sand wurde aus Marokko importiert. Zwei geschützte Badebuchten und Wellenbrecher sorgen dafür, dass auch Familien vergleichsweise ruhig im Atlantik baden können. Der eigentliche Strand ist ungefähr 100 Meter lang, hinzu kommt eine großzügige, etwa 7.300 Quadratmeter umfassende Liege- und Promenadenfläche.
Der Zugang zum Strand ist kostenlos. Rettungsschwimmer, Erste-Hilfe-Einrichtungen, Umkleiden, sanitäre Anlagen und barrierearme Zugänge gehören zur Ausstattung. Liegestühle und Sonnenschirme können gemietet werden. Zusätzlich gibt es Bereiche für Ballspiele und Beachvolleyball. Die Restaurants und Cafés liegen nur wenige Schritte entfernt. Dadurch entsteht eine ausgesprochen entspannte Atmosphäre: alles ist nah beieinander, aber es wirkt selten hektisch.
Markant ist die steile Felswand an der Nordseite der Bucht. Nach Unwettern hatten sich dort mehrfach Steine gelöst, weshalb einzelne Abschnitte der Avenida D. Manuel I und der Promenade zeitweise gesperrt werden mussten. Zuletzt wurde die Straße nach einer technischen Prüfung der Felswand sowie Reinigungs- und Sicherungsarbeiten wieder für Fahrzeuge und Fußgänger freigegeben. Absperrungen und Hinweise der örtlichen Behörden sollten in dieser imposanten vulkanischen Landschaft dennoch immer ernst genommen werden.
Fotografisch bietet Calheta einen spannenden Gegensatz aus dunklem Vulkangestein, gelbem Sand, moderner Hotelarchitektur und dem tiefen Blau des Atlantiks. Besonders eindrucksvoll ist der Blick aus der Höhe. Oberhalb des Ortes liegt das MUDAS – Museu de Arte Contemporânea da Madeira, früher vor allem als Casa das Mudas bekannt. Der 2004 eröffnete und international ausgezeichnete Bau des madeirensischen Architekten Paulo David schmiegt sich mit seinen klaren, dunklen Formen in den Hang.
Von hier eröffnet sich beinahe eine Vogelperspektive auf Strand, Marina und Bucht.
Wer aus dem Tunnel kommend nicht bis zum Meer hinabfährt, erreicht in ungefähr 300 Metern Höhe Estreito da Calheta. Hier stehen die Häuser weiter auseinander, die Grundstücke sind häufig größer und der freie Blick über den Atlantik gehört fast selbstverständlich zum Alltag. Zwischen Weinbergen, Gärten und modernen Ferienhäusern haben sich auch zahlreiche Deutsche und Schweizer niedergelassen. Viele Unterkünfte werden als Alojamento Local, kurz AL, an Urlaubsgäste vermietet.
Mitten in den Weinbergen liegt das kleine, von einem Deutschen geführte Landhotel Quinta Alegre. Von seinem Grundstück reicht der Blick über Calheta bis zum Atlantik und hinauf in Richtung Paul da Serra. Ebenfalls von deutschen Auswanderern wird derzeit das Projekt OverOcean entwickelt. Geplant ist ein kleines Boutiquehotel mit zehn Apartments und einem ganzheitlichen Konzept. Nach derzeitiger Planung soll die Anlage gegen Ende 2026 fertiggestellt werden. Sobald eine Besichtigung möglich ist, werde ich auch darüber ausführlicher berichten.
Durch die geschützte Lage an der Südwestküste gehört Calheta zu den sonnenverwöhnten Regionen Madeiras. Zuckerrohr, Bananen, Wein und subtropische Pflanzen gedeihen an den terrassierten Hängen. Trotzdem entstehen auf wenigen Kilometern deutliche klimatische Unterschiede: Während unten am Strand die Sonne scheint, können über Estreito da Calheta bereits Wolken an den Bergen hängen. Gerade dieses wechselnde Licht macht die Gegend für mich als Fotografen besonders reizvoll.
Calheta Beach Gastronomie
Calheta ist außerdem eine sehr gute Basis für Ausflüge und Wanderungen im Westen Madeiras. Die Hochebene Paul da Serra, Rabaçal mit den bekannten Wegen zu den 25 Fontes und zum Risco-Wasserfall sowie die Küstenorte Jardim do Mar, Paul do Mar und Ponta do Pargo sind vergleichsweise schnell erreichbar. Nach einem Tag zwischen Levadas, Lorbeerwald und Wasserfällen wartet unten in der Bucht wieder der Sandstrand.
Die Restaurants an der Marina und entlang der Promenade bin ich gerade dabei zu testen. Darüber werde ich bald ausführlicher berichten. Schon jetzt lässt sich jedoch sagen, dass Calheta eine ganz eigene Ruhe besitzt. Die Straße am Meer ist eine Sackgasse – und irgendwie gilt das auch im übertragenen Sinn: Hier endet nicht nur die Fahrt mit dem Auto. Hier kann auch die innere Unruhe ankommen, aussteigen und für eine Weile verschwinden.
Die Hotels in Calheta und an den umliegenden Hängen verbinden diese Ruhe mit einer idealen Lage für Strandtage und Entdeckungen im Westen der Blumeninsel. Ist das Leben auf Madeira durch den Inselcharakter ohnehin etwas gelassener, wird es in Calheta noch einmal spürbar ruhiger. Fast so, als hätte sich die Insel an dieser Stelle selbst einen Platz zum Ausatmen geschaffen.
urlaub-buchen

Madeira mit eigenen Augen erleben

Als Fotograf auf Madeira will ich mit meinen Bildern und Berichten die schönen Orte der Blumeninsel zeigen. Auch ist mir wichtig, besondere Menschen, ausgefallene Landschaften und schöne Erlebnisse Madeira Interessierten näher bringen, die diese Insel für mich so einzigartig und liebenswert machen!

Um individuell passende Hotels, Pauschalreisen, Flüge, Golfreisen und Mietwagen rund um Madeira anbieten zu können, nutze ich das Buchungssystem meines Partners Travianet – eines renommierten deutschen Reisebüros, das wie ich auch seit 1998 im Tourismus aktiv ist. Das erfahrene und geschulte Serviceteam ist an 365 Tagen im Jahr erreichbar und bietet Reiseangebote von mehr als 120 namhaften Veranstaltern, Reedereien und weiteren Reiseanbietern. So verbinden sich meine persönliche Madeira-Erfahrung, eine umfassende Reiseauswahl und professionelle Buchungsbetreuung.

Eine Buchung über meine Seiten unterstützt zugleich meine fotografische und redaktionelle Arbeit. Für erfolgreich vermittelte Reisen erhalte ich von meinem Reisepartner einen Werbekostenzuschuss. Dabei gilt weiterhin der jeweils angezeigte Reisepreis.

Jede Buchung trägt zur Entstehung weiterer unabhängiger Fotoreportagen über Madeira bei und bedeutet zugleich eine wertvolle Anerkennung meiner Arbeit.

Dafür danke ich von Herzen ❤️
Fotograf auf Madeira und Herausgeber
Stefan Kapust
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